©Tierfotografie Jaqueline Wunderlich

Frei zu sein bedeutet nicht nur, seine eigenen Fesseln zu lösen, sondern ein Leben zu führen, das auch die Freiheit anderer respektiert und fördert.

Nelson Mandela

Dieses Zitat begleitet mich nicht nur im Leben, sondern auch in meiner Arbeit mit Hunden – und mit den Menschen, die ihr Leben mit ihnen teilen.

Schon als Kind hatte ich einen großen Herzenswunsch: einen eigenen Hund. Ich wuchs in ländlicher Umgebung auf, umgeben von vielen Hunden – und doch blieb mir dieser Wunsch lange verwehrt. Der eigene Hund wurde so zu einem Lebenstraum, der mich nie losließ.

Zunächst führte mich mein beruflicher Weg in ganz andere Bereiche: Als ausgebildete Fremdsprachenkorrespondentin arbeitete ich viele Jahre in unterschiedlichen Feldern der Wirtschaft – unter anderem als Projektassistentin, in der Logistik, im Marketing und in der Forschung.

Doch der Wunsch nach einem Leben mit Hunden blieb – ebenso wie die Überzeugung, dass ein Hund mehr als ein Hobby ist. Da ich in Vollzeit arbeitete, kam die Haltung eines eigenen Hundes für mich lange nicht in Frage. Zehn Stunden täglich außer Haus zu sein, erschien mir einem Hund gegenüber schlicht nicht fair.

Stattdessen begann ich, mich ehrenamtlich im Tierschutz zu engagieren. Als der örtliche Tierschutzverein ein Fest veranstaltete, meldete ich mich spontan als Helferin – einfach, um einmal hinter die Kulissen zu blicken. Dort begegnete ich Dusty – einem alten Border-Collie-Mischling, der fast verdurstet im Wald gefunden worden war.

Zunächst wurde ich Gassigeherin für Dusty – doch schon bald übernahm ich Fütterdienste, half bei der Vermittlung von Tieren, wurde Pressewartin und später stellvertretende Vorsitzende des Vereins. Ich betreute die Öffnungszeiten, beriet Interessenten für unsere Tierheimtiere, kümmerte mich um die Öffentlichkeitsarbeit und baute die vereinseigene Website mit auf. Vermittelt habe ich in dieser Zeit nicht nur Hunde und Katzen, sondern auch Kaninchen, Meerschweinchen, Mäuse und viele weitere Tiere.

Unser erster eigener Hund kam dann doch – ein alter Hovawart-Mischling aus dem Tierheim, der von seinen früheren Besitzern einfach in der Wohnung zurückgelassen worden war. Ihm folgten Reika, unsere kluge Border-Collie-Schäferhund-Mix-Hündin, und Annie, eine starke Beauceron-Mix-Hündin – beide Tierschutzhunde.

Heute leben mein Mann und ich mit zwei wunderbaren Hunden zusammen: Nelson, einem sanften, charmanten Mischling, der 4 Jahre in einem staatlichen Canile in Rom leben und überleben musste, und Rafi, einem fröhlichen Corgi aus einem sog. Kill Shelter in Shanghai, der über das Tierheim Ludwigsburg zu uns kam.

Wir wohnen in Haßloch – umgeben von Natur, Platz zum Leben und viel Raum für gemeinsames Lernen mit unseren Hunden.

Ich liebe alle Hunde – jede Rasse, jedes Alter, jedes Temperament. Doch ganz besonders liegen mir Tierschutzhunde am Herzen: Hunde, die bereits schlechte Erfahrungen gemacht haben, oft verunsichert oder ängstlich sind und eine besonders einfühlsame, geduldige Begleitung brauchen. Für sie da zu sein – das ist meine Herzensangelegenheit.

Diese persönlichen Erfahrungen – mit Tierschutztieren und ihrer Geschichte – prägen meine Arbeit als Hundetrainerin bis heute. Jeder Hund bringt seine Vergangenheit mit. Und jeder verdient eine Zukunft in Freiheit, Sicherheit und Vertrauen.

Ich bin Hundetrainerin aus Überzeugung.

Ich arbeite gewaltfrei, wissenschaftlich fundiert und mit dem tiefen Wunsch, Mensch und Hund zu einem Team zu machen, das auf gegenseitigem Vertrauen und Respekt basiert.

Für mich beginnt ein guter Weg nicht bei Gehorsam oder Kontrolle – sondern bei echtem Verstehen.

Wer die Körpersprache des Hundes lesen und seine Bedürfnisse erkennen kann, wird ihn nicht „führen“ müssen, sondern ihn im besten Sinne begleiten.

Meine Arbeit orientiert sich an modernen, tierschutzkonformen Methoden. Ich bilde mich kontinuierlich weiter und bringe in jedes Training Geduld, Klarheit und Einfühlungsvermögen mit ein.

In meinen Kursen und Einzelstunden geht es nicht um schnelle Erfolge – sondern um nachhaltige Entwicklung, um Beziehung statt Befehl. Für ein Zusammenleben, das frei macht – auf beiden Seiten der Leine.